3.11.2018: zusammen – aufstehen – bewegen

Regionale Demokratiekonferenz für Nord- und Osthessen am 3.11.2018, ab 13 Uhr
Stadtteilzentrum Vorderer Westen, Elfbuchenstraße 3, 34119 Kassel

In der Region Nord-/Osthessen waren und sind viele engagierte Menschen aktiv, um Probleme zu thematisieren, zu bearbeiten und für ein Klima der Offenheit zu werben und einzutreten. Solch ein Engagement benötigt natürlich oft Durchhaltevermögen. Den einen oder anderen Prozess konnte das Mobile Beratungsteam gegen Rassismus und Rechtsextremismus – für demokratische Kultur in Hessen e.V. (MBT) begleiten. Dies wird zum Anlass genommen, Beratungsnehmenden und allen anderen Interessierten ein Forum zu bieten, sich kennenzulernen, zu vernetzen und auszutauschen.
Darüber hinaus lädt das MBT zu spannenden Workshops und einem kurzen Input über die spezifi schen Herausforderungen der Demokratiearbeit in ländlichen Räumen ein.
Die Regionalkonferenz soll ein Tag für Sie sein. Wir wollen Ihnen den Raum bieten, Ihre Themen zu platzieren, andere Engagierte kennenzulernen und sich zu vernetzen.

Programm

13:00 Uhr: Begrüßung durch das MBT Hessen

13:15 Uhr: Einführung ins Thema
Dr. Reiner Becker, Demokratiezentrum Hessen

13:30 Uhr: Vorstellung und gegenseitiges Kennenlernen

14:00 Uhr: Vortrag:
Ländliche Räume zwischen Krise und Potenzialen
Ländliche Räume haben in den letzten Monaten ein Comeback in politischen Debatten erfahren. Das Bundesinnenministerium ist nun auch für das Thema Heimat zuständig, Probleme wie Internetzugang, Abwanderung und infrastrukturelle Lücken scheinen erkannt und in Bearbeitung. Für Mobile Beratung ist der ländliche Raum ein Arbeitsschwerpunkt: Als Rückzugsraum für rechtsextreme Kader, als Hochburgen für rechtspopulistische Parteien und Einstellungen. Aber auch als Ressource für gesellschaftliche Veränderung. Der Vortrag beleuchtet strukturelle Fragen und Potenziale ländlicher Räume aus der Praxis Mobiler Beratung.
Christopher Vogel, MBT Hessen e.V.

14:45 Uhr: Pause

15:15 Uhr Workshops:
Wir sind die Guten?! Engagement gegen Menschenfeindlichkeit stärken
Gerade in ländlichen Regionen kann Engagement gegen Menschenfeindlichkeit bedeuten, sich gegen Mitglieder der Gemeinde, des Sportvereins und deren Ansichten zu stellen. Wie das gelingen, wie mit Hemmschwellen oder auch Anfeindungen umgegangen werden kann und wie man unter schwierigen Umständen dennoch Gleichgesinnte findet, sich zusammen engagiert und auch trotz Misserfolgen weiter machen kann, werden Themen dieses Workshops sein.
Petra Schickert, Mobiles Beratungsteam Mitte/Ost, Kulturbüro Sachsen e.V.

Hate Speech – Definition, Problematik, Handlungsoptionen
Auf der Straße, in den Wohnzimmern, Parlamenten und im Netz haben sich in den vergangenen Jahren nationalchauvinistische Bewegungen formiert und sich Raum angeeignet. Diskursiv und materiell. Der Verein Die Kopiloten e.V. widmet sich im Projekt #hatebreach – Hass im Netz begegnen der Arbeit in den diskursiven Räumen der sozialen Medien mit dem Ziel, so auch offl ine Raum für demokratisches Miteinander und Plura lismus zu verteidigen. Im Workshop wird geklärt, was sich hinter dem nicht unumstrittenen Begriff Hate Speech verbirgt und was die Ziele und Folgen rechter
Agitation im Netz sind. Darauf aufbauend werden Handlungsoptionen entwickelt, um Narrativen und Strategien der (Neuen) Rechten online zu begegnen.
Maria Grüning und Philipp Meyer, Die Kopiloten e.V.

Auf gute Nachbarschaft? Rechtspopulismus in hessischen Parlamenten
Mit den Landtagswahlen Ende Oktober wird auch Hessen als letztes Landesparlament  rechten Zuwachs bekommen. Wird jetzt mit dem Einzug der AfD alles anders? Und wie wird eigentlich darauf in Parlamenten reagiert? In diesem Workshop wollen wir der Frage nachgehen, welche Handlungsmöglichkeiten es im Umgang mit zunehmenden Wahlerfolgen rechter Parteien gibt. Dabei wollen wir unseren Blick natürlich auch
darauf lenken, was abseits der Parlamente geschieht.
Stefan Wunsch, MBT Hessen e.V.

Rechte und rassistische Gewalt – Erkennen und Handeln
Seit dem Rücktritt von Mesut Özil aus der deutschen Fußballnationalmannschaft ist eine Debatte um Rassismus in Deutschland wieder öff entlich präsent. Unter dem Hashtag #MeTwo berichten tausende Menschen in sozialen Netzwerken über ihre Rassismuserfahrungen und zeigen auf, wie weit verbreitet rassistische Gewalt in unserer Gesellschaft ist. Dabei sind Abstreiten und Bagatellisieren typische Reaktionen, die Menschen erleben, wenn sie Rassismus ansprechen. In dem Workshop nehmen wir unterschiedliche Formen von rechter und rassistischer Gewalt in den Blick, zeigen
die Fallstricke im Umgang mit ihr auf und stellen die Perspektive von Betroff enen in den Vordergrund. Zum Ende möchten wir einen Ausblick geben, wie mit rassistischer
Gewalt umgegangen werden kann.
Anna Brüggemann, Beraterin response. Hessische Beratungsstelle für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt. Ein Angebot der Bildungsstätte Anne Frank.

17 Uhr: Auswertung und Austausch

18 Uhr: (open) end

Organisatorisches

Programm siehe auch unter www.mbt-hessen.org
Verbindliche Anmeldung bis 19.10.2018 bitte per E-Mail an: anmeldung@mbt-hessen.org
Telefonisch erreichbar unter: 0561-8616766
Wenn sie Material zu Projekten oder Aktionen haben, freuen wir uns, wenn Sie es mitbringen, um eine kleine Zusammenschau der Aktivitäten geben zu können.

Die Teilnahme ist frei und es gibt ein vegetarisches Mittagsbuffet.

Veranstalter

Regionalstelle Nord-/Osthessen des Beratungsnetzwerks Hessen
Mobiles Beratungsteam gegen Rassismus und Rechtsextremismus –
für demokratische Kultur in Hessen e.V.